Ehe

von Biergans in Die 7 Sakramente

Die Ehe

Papst Leo XIII. hat in seinem Rundschreiben „Arcanum Divinae Sapientiae, 1880“ über die christliche Ehe gesagt:
„Die Ehe ist deshalb ein Sakrament, weil sie ein heiliges Zeichen ist, das die Gnade wirkt und gleichnishaft jene geheimnisvolle Ehe Christi mit seiner Kirche darstellt. Dieses Gleichnis und dieser Hinweis wird durch jenes Band der innigsten Vereinigung ausgedrückt, das Mann und Frau miteinander verbindet und das nichts anderes als eben die Ehe ist. Daraus ergibt sich, dass jede rechtmäßige Ehe unter Christen in sich und aus sich ein Sakrament ist.“

Die Ehe ist wohl am schwersten als Sakrament zu verstehen. Sie ist nach Ansicht der römisch-katholischen Kirche ein Weiheakt, der von sich aus Gnade bewirkt. Hierbei spenden sich die Brautleute gegenseitig das Sakrament, jedoch in Anwesenheit eines Vertreters der katholischen Kirche. Dieser muss bischöfliche, priesterliche oder wenigstens von solchen delegierte Autorität besitzen. Die Ehe soll, nach Ansicht der katholischen Lehre, den „Neuen Bund“ im Blut Jesu versinnbildlichen. Damit wird zusätzlich die Darstellung der Verheißung Gottes gekoppelt, dass, wer an Jesus glaubt, Vergebung der Sünden empfängt.

Ohne Zweifel ist die Ehe auch in unseren Kreisen ein Hinweisschild auf die Treue und Liebe Gottes zu uns Menschen. Jesus hat sie aber nicht als ein heiliges bzw. heilspendendes Ereignis eingesetzt, das aus sich heraus Gnade bewirkt. Die Hauptargumentation der römisch-katholischen Kirche geht von Epheser 5,32 aus, wo es heißt: „In diesem Wort liegt ein tiefes Geheimnis. Ich beziehe die Aussage auf Christus und die Gemeinde.“

Die Ehe ist eine von Gott selbst gestiftete Institution – Jesus selbst bezeugt das in Markus 10,1-12. Aus diesem Grund sollte eine Eheschließung in der Gemeinde Gottes vollzogen werden. Gerade, um Gott Dank zu bringen und zu dem noch seinen Segen zu erbitten, ist der Schutzraum der Gemeinde der richtige Ort.

Das Wort heißt im Westgermanischen ursprünglich „Recht, Gesetzt“. Die Ehe ist eine wichtige Institution des sozialen Lebens. Sie ist nicht nur etwas Emotionales, sondern hat auch eine bestimmt Struktur, die den Ehepartnern helfen soll, richtig zu leben. Der Vertrag ist öffentlich. Es ist offensichtlich ein Bedürfnis von Menschen, die sich lieben, dass sie ihre Liebe auch öffentlich zeigen können. In der katholischen Kirche wird die Ehe als Sakrament gesehen, weil sie diese unwiderrufliche Liebe Gottes sichtbar macht. In der Liturgie der Trauung heißt es: „Gott hat die Ehe zu einem Abbild seiner Liebe zu uns Menschen gemacht. Er segnet und heiligt die Liebe von Mann und Frau und macht ihre Verbindung unauflöslich, wie auch seine Liebe zu uns unwiderruflich ist.“

Viele Menschen wünschen sich eine kirchliche Trauung als Zeichen ihrer verbindlichen Liebe zueinander. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, das Sakrament der Ehe zu schließen, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt mit unserem Pfarrer unserer Kirchengemeinde auf, um die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

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