Aussendungsgottesdienst unserer Sternsinger

Aussendung5aAussendung 1aHeute Nachmittag fand in der Pfarrkirche St. Cäcilia Niederzier der Aussendungsgottesdienst unserer diesjährigen SternsingerInnen statt, den Pfarrer Andreas Galbierz und Pfarrvikar Pfarrer Vincenz Nguyen van Tung gemeinsam zelebrierten. Wieder mit dabei war unser Kinderchor „Martinuskids –und Teens“

Man zählte weit mehr als 100 SternsingerInnen mit ihren Eltern, Großeltern und vielen Kirchenbesuchern aus allen fünf Niederzierer Pfarrgemeinden. Die fünf Sternsingerteams hatten „ihre“ Sternsinger mit tollen Kostümen, goldenen Kronen und bunten Turbanen ausgestattet.

In diesem Jahr lautet das Leitwort der Sternsingeraktion: „„Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit!“ Das Motto war auch in diesem Jahr traditionell zentrales Thema des Gottesdienstes.

Aussendung4aAussendung3aRuth Klütsch aus Ellen trug – in Anlehnung an das Evangelium vom „barmherzigen Samariter“ – die Geschichte der barmherzigen Aymara vor. Die Geschichte wurde zugleich von Kindern aus Niederzier dargestellt.

Und hier die schöne Geschichte:
Mama Itati lebt seit ihrer Geburt auf dem Land. Sie gehört zum Volk der Aymara im Land Bolivien. Ihr Sohn ist mit seiner Familie vor einigen Jahren in die Stadt gezogen. Denn auf dem Land sind die Menschen in Bolivien sehr arm, es gibt kaum Arbeit, und der Weg zum nächsten Arzt ist sehr weit. Einmal besuchte Mama Itati ihren Sohn in der Stadt. Sie zog ihre schönsten Kleider an, die stolze, uralte Tracht der Aymara aus Schafswolle, die aus bunten Fäden gewoben wird. Auf dem Kopf trug sie den traditionellen Hut, den nur die Frauen tragen. So fuhr sie los. Doch kaum hatte sie ihre Heimat verlassen, wurde sie ganz komisch angeschaut. Im Bus saßen noch andere Männer und Frauen, die ebenfalls Aymara waren, doch sie trugen die Kleidung der Menschen aus der Stadt – Jeans, T-Shirts und Pullover. Es war, als wollten sie ihre Herkunft verbergen. Das fand Mama Itati gar nicht gut, und als sie umsteigen musste, trug sie ihren Kopf mit dem traditionellen Hut noch ein wenig aufrechter. Sie war stolz, ihre Kleidung zu tragen. Doch im nächsten Bus wurde sie fast schon feindselig angeschaut. Als wollten die Menschen sagen: „Wie hat die sich denn hierher verirrt? Eine Fremde in unserer Welt, die nicht hierher gehört.“ Kinder lachten, Frauen schüttelten den Kopf, Männer mach- ten Witze. Mama Itati war froh, als sie endlich bei ihrem Sohn angekommen war. Der bot ihr an, sie könne für einen Stadtbummel die Kleider seiner Frau anziehen, damit sie nicht so auffielen. Doch Mama Itati blieb stur, sie wollte sich nicht verkleiden. Und wenn ihr Sohn sich für seine Mutter schämte, dann wollte sie lieber auf den Stadtbummel verzichten. Überhaupt wollte sie nach der Erfahrung im Bus nicht mehr viel von der Stadt wissen.

Nach zwei Tagen machte sie sich auf die Rückreise. Die Blicke und Witze, die Beleidigungen und das mitleidige Kopfschütteln beachtete sie schon gar nicht mehr. Selbstbewusst und stolz trug sie ihren Hut. So stand sie an der Straße und wartete auf den Bus. Da sah sie einen Mann auf dem Boden liegen, der offensichtlich verletzt war. Niemand nahm ihn wahr, alle liefen einfach vorbei. Mama Itati konnte es nicht fassen: Der braucht doch Hilfe, warum tut hier niemand was?! Sie sprach eine Frau an: „Schauen sie doch mal, dieser Mann ist verletzt, er braucht Hilfe. Wir müssen etwas tun!“ Die Frau schaute sie mit großen Augen an. „Was sollen wir denn tun? Wir können nicht helfen. Das ist bestimmt ein Bettler, der stockbetrunken ist.“ Da platzte Mama Itati der Kragen. Das war also die Stadt, in der alle leben wollten, weil es einem da angeblich so viel besser geht? Ein Ort, wo ein Verletzter einfach auf der Straße liegt, ohne dass sich jemand um ihn kümmert! Sie ging zu dem Mann und sprach ihn an. Er hatte eine Wunde am Kopf. Mama Itati zog ein Kräutersäckchen aus ihrer Tasche. Die Heilkräuter waren ein Geschenk Gottes, sie wuchsen überall in den Bergen, und Mama Itati hatte immer welche bei sich. Sie legte die Kräuter auf die Wunde und nahm ihren Schal als Verband. Dann half sie dem Mann beim Aufstehen und begleitete ihn zu einem Hotel auf der anderen Straßenseite. Dort wurden die beiden erst einmal weggejagt. Doch Mama Itati ließ sich nicht so leicht verjagen. Sie zog die teure Brosche aus der Tasche, die ihr die Schwiegertochter als Andenken an die Stadt geschenkt hatte, und ein paar Geldscheine, die ihr der Sohn mitgegeben hatte. Beides bot sie als Bezahlung an. Daraufhin versprach man ihr, den Mann in ein Krankenhaus zu bringen. Erst als sie mit eigenen Augen gesehen hatte, dass der Mann wirklich in guten Händen war, ging sie zurück zu ihrer Haltestelle und nahm den nächsten Bus zurück in die Berge. Ihr Sohn hatte immer gesagt, er sei so glücklich, in der Stadt zu leben, weil seine Kinder dort eine Schule besuchen und lernen konnten. Mama Itati fragte sich, ob die Menschen dort nicht auch ein wenig von den armen Landmenschen lernen sollten. Sie hatte jedenfalls erst einmal genug von der Stadt und freute sich, nach Hause zu kommen.

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Pastor Andreas Galbierz verwies in seiner Ansprache an das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr der Barmherzigkeit“ und dankte allen Kindern und Jugendlichen, die in diesem Jahr als SternsingerInnen unterwegs sein werden, dass auch sie durch ihr Tun „Barmherzigkeit“ vorleben würden. Das Spendenergebnis fließt wieder an das Schulprojekt von Schwester Christa in Bolivien.

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Zum Abschluss des Aussendungsgottesdienstes erinnerten SternsingerInnen aus allen fünf Pfarrgemeinden während des Liedes „Ganz egal, woher du kommst und ganz egal, wohin du gehst“ mit 17 verschiedenen Nationalfahnen an die Menschen, die bereits in unserer Gemeinde Niederzier eine neue Heimat gefunden haben. Und schließlich erhielten die Jungen und Mädchen von Pastor Andreas Galbierz für ihre diesjährige Sendung seinen Segen für die Aktion.

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Empfang unseres Bürgermeisters Hermann Heuser

Dann zogen alle zum Rathaus um dem Bürgermeister unserer Gemeinde, Hermann Heuser, ihren Segen zu bringen. Im Atrium der alten Wasserburg dankte der Bürgermeister den SternsingerInnen für ihren Einsatz und sprach seinerseits seinen Respekt dafür aus, dass die Schar der Kinder und Jugendlichen als große und kleine Sternsinger sogar noch größer geworden sei. Frau Gaul und zwei Musiker der gemeindlichen Musikschule sorgten für die musikalische Gestaltung der kleinen Feierstunde, die mit reichlich Kuchen und Kakao endete.

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Den Gang von Haus zu Haus unternehmen die SternsingerInnen am kommenden Freitag bzw. Samstag, dem 08./09.01.2016 in allen Orten der Gemeinde Niederzier und erteilen den Anwohnern auf Wunsch den Segen

 2016

„Christus mansionem benedicat“ Christus segne dieses Haus. Dies geschieht meist mit der Übergabe des vorstehenden Aufklebers.

Alle freuen sich auf Ihre großzügige Spende. Machen Sie mit!

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„Nächte-Erheller, Schatzkisten-Träger, Spuren-In-Fallfrische-Schneedecken-Leger, Hoffnungsschimmer das Dunkel erhellt“ – mit diesen Worten beschreibt der Poetry-Slammer Lars Ruppel die rund 330.000 Sternsinger, die in diesen Tagen wieder deutschlandweit unterwegs sind. Reporter Willi Weitzel hat seinen Text in Bilder verpackt und schickt passend zum heutigen Dreikönigstag eine Video-Botschaft an alle Sternsinger-Helden. Klickt einfach den Youtube-Button an ↓

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