Tour zur Muttergottes ist zur Tradition geworden – Radpilgern nach Kevelaer

Radpilgergruppe aus Hambach war jetzt zum
25. Mal im Wallfahrtsort Kevelaer

Hambach/Kevelaer: Glücklicherweise waren die ersten Teilnehmer der Hambacher Radpilgerfahrt nach Kevelaer nicht wasserscheu. Denn damals, am 15. Oktober 1993, „regnete es wie aus Kübeln“. Mit Gottvertrauen und dem festen Willen, gewissermaßen als Pioniere etwas Neues auf den Weg zu bringen, radelten elf Angehörige der Pfarrgemeinde St. Antonius Hambach morgens los, um per Velo den Marienwallfahrtsort Kevelaer zu erreichen.

Ausschlaggebend für diese Tour, die in diesem Jahr zum 25. Mal stattfand, war übrigens eine Zeitungsreportage zum 350-jährigen Bestehen der Wallfahrt zur „Trösterin der Betrübten“. Deren Autor Hartmut Prüss war damals Vorsitzender des Pfarrgemeinderates (PGR) in Hambach und wusste, dass es in dem Ort an der Sophienhöhe eine ausgeprägte Marienverehrung gab. Neben den alljährlichen Buswallfahrten nach Kevelaer am Niederrhein und Banneux bei Lüttich fanden im Marienmonat täglich gut besuchte Maiandachten in Hambach statt. „Wenn man bedenkt, dass aus der Aachener Region Pilgergruppen sogar zu Fuß nach Kevelaer gehen, dann müsste es doch mit dem Fahrrad erst recht möglich sein,“ befand der damalige PGR-Vorsitzende und fand in der 2. Vorsitzenden Renate Iven eine engagierte und begeisterte Unterstützerin. Renate Iven war es auch, die Kontakte zu anderen Radpilgern knüpfte, um bei der Organisation von deren Erfahrungen zu profitieren. Die Organisation der Radpilgerfahrt liegt seitdem bei ihr in bewährten Händen.


(Foto R. Iven //Feierlicher Einzug der Radpilger aus Hambach und Umgebung
in Kevelaer bei der silbernen Jubiläumswallfahrt in diesem Jahr.)

Mit von der Partie war damals der Oberministrant Thomas Kuckhoff, der mit großem Engagement ein Pilgerbuch mit Liedern und Texten zusammenstellte. Er hat übrigens Hambach im Jahr 1995 verlassen, ist in den Orden der Benediktiner ins Kloster Kornelimünster eingetreten und dort mittlerweile als Frater Antonius fest in die Abtei eingebunden. Das Pilgerbuch war und ist alljährlicher Begleiter der Radpilger, denn unterwegs werden die Pausen zu Besinnung, Gebeten, Meditation und Gesang genutzt. Stationen sind die Kirchen in Ralshoven, Kückhoven, Waldniel und Hinsbeck. In den Anfangsjahren wurde zudem ein Zwischenstopp in Kipshoven eingelegt.

Tagesziel ist freitagnachmittags nach knapp 70 Kilometern das Städtchen Hinsbeck. Dort wird – auch das ist Tradition – in der Jugendherberge übernachtet. Schließlich soll die Wallfahrt auch ein wenig Besinnung auf das „einfache Leben“ bieten. Den einzigen Luxus, wenn dieser Begriff an dieser Stelle erlaubt ist, bietet ein kleiner Bus, der Gepäck und Verpflegung transportiert und notfalls auch defekte Fahrräder und deren Radpilger aufnehmen kann. Apropos Radpilger. Inzwischen kommen die Teilnehmer nicht nur aus Hambach, sondern auch aus dem gesamten Pfarrverbund Niederzier-Merzenich, aber auch aus Jülich und Titz.

In Hinsbeck findet abends nach dem Essen eine Andacht oder Orgelkonzert in der dortigen Pfarrkirche statt. Bei dieser Gelegenheit werden dann auch die Pilger geehrt, die ein Jubiläum feiern, also zehn oder 20 Mal mit dem Rad nach Kevelaer gepilgert sind. Bei der diesjährigen Jubiläumstour gab es übrigens noch keinen Silberjubilar, denn alle Touren hat in den zurückliegenden 25 Jahren keiner mitgemacht.

Die zweite Etappe führt samstags von Hinsbeck über Straelen nach Kevelaer, wo nach dem feierlichen Einzug in der großen Basilika mit vielen Gläubigen aus aller Welt das Pilgeramt gefeiert wird. Dort sind übrigens seit Jahren auch die Buspilger aus den Heimatpfarreien mit von der Partie. Nach dem Besuch der Gnadenkapelle, der Kerzenkapelle, dem Kreuzweg und einem Stadtbummel geht es mit den Rädern zurück nach Hinsbeck, wo mancher Teilnehmer zu der Erkenntnis kommt, dass es am Niederrhein nicht nur flaches Land, sondern auch anstrengende Steigungen gibt.

Am dritten Tag fahren die Radpilger wieder Richtung Hambach, sorgen aber rechtzeitig vor, um unterwegs in einer Kirche den Sonntagsgottesdienst nicht zu verpassen. In den letzten 25 Jahren gab es immer wieder mal kleine Neuigkeiten in der Programmgestaltung. So wurde der Termin von den Herbstferien in den Sommer vorverlegt und finden nun seit über zwei Jahrzehnten jeweils am letzten August-Wochenende statt. Auch bei der diesjährigen Jubiläumstour – hin und zurück immerhin rund 200 Kilometer – gab es etwas Neues: Pfarrer Andreas Galbierz zelebrierte am Sonntagmorgen zur Freude seiner knapp 30 Mitpilger in Dilkrath unter freiem Himmel einen Gottesdienst. Zum Silberjubiläum wurde zudem eine besonders gestaltete Kerze gekauft und im Wallfahrtsort gesegnet. Sie hat nun in der Pfarrkirche St. Antonius Hambach einen Ehrenplatz vor der Muttergottes-Statue und erinnert an das silberne Pilgerjubiläum.

(Foto R. Iven / Eine starke Gemeinschaft: Erinnerungsfoto mit den Teilnehmern
der 25. Radpilgerfahrt von Hambach nach Kevelaer)

(Autor: Hartmut Prüss)

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